Wanderschuhe, die längere Zeit unbenutzt im Kasten oder im Keller gestanden sind, wirken beim erneuten Hervorholen oft matt, hart und wenig einladend. Das Leder hat in dieser Zeit Feuchtigkeit verloren, wodurch es an Beweglichkeit einbüßt und beim ersten Tragen unangenehm drücken kann.
Bevor die Pflege beginnt, werden die Schuhe gründlich von altem Staub befreit, am besten mit einer trockenen Bürste, die auch in die Nähte und Rillen der Sohle gelangt. Erst danach lässt sich erkennen, welche Stellen am dringendsten Aufmerksamkeit brauchen.
Fett in mehreren dünnen Schichten einarbeiten
Ein geeignetes Fett wird in dünner Schicht mit einem weichen Fetzen eingearbeitet, wobei besonders trockene Stellen ruhig zwei oder drei Durchgänge vertragen. Zwischen den einzelnen Schichten sollte dem Leder Zeit gegeben werden, das Material aufzunehmen, bevor weitergemacht wird.
Die Nähte und der Übergang zwischen Schaft und Sohle verdienen besondere Aufmerksamkeit, da an diesen Stellen die Trockenheit meist am deutlichsten zu spüren ist. Ein wenig zusätzliches Fett genau dort verhindert, dass sich dort später Risse bilden.
Nach der Behandlung sollten die Schuhe einige Stunden an einem warmen, aber nicht heißen Ort ruhen, damit das Fett vollständig einziehen kann. Überschüssiges Material lässt sich danach mit einem sauberen Tuch leicht abnehmen.
Mit dieser Pflege werden selbst lange vernachlässigte Wanderschuhe wieder geschmeidig und bequem zu tragen, fast wie in ihren ersten Jahren. Der Aufwand lohnt sich besonders, bevor die Schuhe heuer wieder öfter zum Einsatz kommen. Eine kurze Nachpflege nach jeder anstrengenderen Tour hält das Ergebnis lange erhalten.